
Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski
Beschreibung
Georg Weerths Roman » Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski (1849) « ist untrennbar mit der Revolution von 1848 verknüpft, obwohl diese erst gegen Ende thematisiert wird. Der Zusammenhang liegt in der satirischen Demaskierung des Adels, die in der Zeit des Vormärz beginnt und in der direkten politischen Agitation der Revolutionsmonate gipfelt. In den ersten Kapiteln schildert Weerth die moralische Hohlheit des »Helden« durch feige Duelle, finanzielle Betrügereien und Liebesabenteuer. Der Übergang zur eigentlichen Revolution erfolgt erst im Kapitel »Die Politik« mit der Eröffnung des Vereinigten Landtags 1847. Im August 1848 wird dann das Kölner Domfest zum zentralen Schauplatz der Revolutionszeit. Weerth nutzt dieses historische Ereignis, um die scheinbare Verbrüderung zwischen den Fürsten und den bürgerlichen Volksvertretern als eine » Domfarce « zu entlarven. Besonders bedeutsam ist der Stimmungsbruch am Ende des Werkes: Der bis dahin dominierende satirische Humor versiegt völlig angesichts der blutigen Realität der Gegenrevolution. Weerth kontrastiert das festliche Treiben des Adels mit den »kugelzerrissenen Leichen der Proletarier« in Paris, Wien und Berlin sowie dem »blutigen Haupt eines Robert Blum«. Am Ende steht der Sieg der alten, reaktionären Mächte und Schnapphahnski ist zu einem ihrer bedeutenden Politiker geworden. Mehr Literarisches zur Revolution 1848 auf meiner Website prosa1848.de .